Judaica aus 925 Silber
(44 produkte)Silber begleitet den jüdischen Festkalender seit Jahrhunderten. Nicht als Schmuck, sondern weil bestimmte Handlungen ein Gefäß brauchen: einen Becher für den Segensspruch, einen Teller für die Symbolspeisen, eine Kanne für die Handwaschung. Diese Kategorie führt Ritualgegenstände aus massivem 925 Sterlingsilber, gefertigt von Zaramella Argenti in Padua.
Was hier steht — und wofür
Die Gegenstände ordnen sich nach den Anlässen, zu denen sie gebraucht werden.
Zu Pessach gehören der Sederteller mit seinen sechs beschrifteten Vertiefungen für die Symbolspeisen und der Becher des Elijahu — den es einzeln, mit passendem Teller und als Garnitur gibt.
Zu Schabbat und den Feiertagen der Kiddusch-Becher für den Segen über den Wein, die Challah-Platte für die beiden geflochtenen Brote, Kerzenleuchter für die zwei Lichter des Ruhetags und die Gefäße für die rituelle Handwaschung: das Netilat-Gefäß davor, das Mayim-Achronim-Set danach.
Für Chanukka die Chanukkia mit ihren neun Lichtern — acht für die acht Nächte, dazu der Schammasch zum Anzünden. Vier Ausführungen von ca. 65 bis 76 cm stehen zur Wahl, mit rundem oder quadratischem Fuß. Was sie von der Menora unterscheidet, steht weiter unten; die Verwechslung ist häufig genug, dass es sich zu lesen lohnt.
Der Becher des Elijahu
Am Sederabend stehen vier Becher Wein auf dem Tisch, aus denen getrunken wird — sie stehen für die vier Zusagen der Befreiung: Ich werde euch hinausführen. Ich werde euch retten. Ich werde euch erlösen. Ich werde euch zu meinem Volk nehmen.
Ein fünfter Becher wird ebenfalls gefüllt, aber nicht getrunken. Er gehört dem Propheten Elijahu. An einer Stelle des Abends wird die Haustür geöffnet — eine Geste, die den Vorboten der künftigen Erlösung willkommen heißt. Der fünfte Ausdruck, ich werde euch bringen, steht noch aus; dafür steht dieser Becher.
Daraus folgt seine Form. Der Kos schel Elijahu ist deutlich größer als ein Kiddusch-Becher — er soll gesehen werden, nicht gehalten. In dieser Kategorie reichen die Eliyahu-Becher von 23 bis 51 cm Höhe, während die Kiddusch-Becher 9 bis 10 cm messen. Wer einen Becher von 30 cm findet, hat keinen Kiddusch-Becher vor sich.
Viele Becher stehen auf einem eigenen Teller. Er fängt auf, was beim randvollen Einschenken übergeht, und hebt den Becher vom Tisch ab. Beide Teile werden einzeln oder als Garnitur geführt.
Das ist mehr als eine Verpackungsfrage: Es macht die Stücke ergänzbar. Wer mit einem Becher beginnt, kann den Teller Jahre später nachkaufen — die Manufaktur führt beide dauerhaft unter einer Modellnummer. Bei geerbten Bechern ist das oft der Weg, denn der zugehörige Teller ist über die Generationen meist verlorengegangen.
Dieselbe Logik gilt für die Größen. Den Eliyahu-Becher gibt es in fünf Höhen, mehrere Modelle zusätzlich in einer schlichteren Light-Ausführung und mit teilvergoldetem Ornament. Wer sammelt, findet hier Reihen, die sich vervollständigen lassen; wer nur ein Stück sucht, wird von der Auswahl nicht erschlagen — jede Produktseite nennt die Nachbarn und den Unterschied.
Chanukkia, nicht Menora
Die beiden Leuchter werden häufig verwechselt, und der Unterschied ist eindeutig.
Die Menora hat sieben Arme. Sie war der Leuchter des Tempels und ist bis heute ein Sinnbild des Judentums — im Staatswappen Israels ebenso wie auf antiken Mosaiken. Seit der Zerstörung des Tempels gilt ihr Nachbau als nicht statthaft.
Die Chanukkia hat neun Arme und wird zu Chanukka gebraucht: acht Lichter für die acht Nächte, dazu der Schammasch — der „Diener". Mit ihm werden die anderen angezündet; er zählt selbst nicht mit und sitzt deshalb abgesetzt, meist erhöht in der Mitte. Am Bild erkennt man es sofort: neun Tüllen in einer Reihe, eine davon aus der Linie gehoben.
Wir benennen unsere Leuchter fachlich korrekt als Chanukkia, auch wo Hersteller sie „Menora" nennen — im Katalog von Zaramella heißen alle vier neunarmigen Stücke „Menorah, 9 Lights", was schlicht nicht zutrifft.
Die vier Ausführungen unterscheiden sich in Breite und Fußform:
- ca. 76 × 50 cm — die größte, runder Fuß, für breite Fensterbänke und Gemeinderäume
- ca. 65 × 43 cm — dieselbe Bauform eine Nummer kleiner
- ca. 68 × 42 cm — schlankster Schaft, schmalstes Stück
- ca. 69 cm — quadratischer Fuß, schwerste der vier
Für den Schabbat kommen einarmige Kerzenleuchter hinzu, die paarweise aufgestellt werden — für Sachor und Schamor, das Gedenken und das Bewahren des Ruhetags.
Ein Hinweis zur Abgrenzung: Auch mehrarmige Kandelaber der Linie tragen neun oder mehr Lichter. Sie sind trotzdem keine Chanukkiot — ihre Arme stehen gleichrangig um den Schaft, statt acht auf einer Höhe mit einem erhöhten neunten. Wer die Anordnung einmal gesehen hat, unterscheidet sie sofort.
Die Handwaschung
Zwei verschiedene Gefäße, zwei verschiedene Momente. Vor dem Segen über das Brot steht die Netilat Jadajim: Das Gefäß hat zwei Henkel, damit man es abwechselnd mit der einen und der anderen Hand fassen kann, ohne die bereits gewaschene Hand mit der ungewaschenen zu berühren.
Mayim Achronim bezeichnet die Handwaschung nach dem Mahl. Dafür gibt es die typische Garnitur aus kleinem Kännchen und Auffangschale, die am Tisch herumgereicht wird.
Auch ohne Vorwissen
Ein Teil dieser Stücke wird von Menschen gekauft, die den Anlass nicht begehen. Das ist kein Missverständnis. Ein von Hand ziselierter Silberpokal von 33 cm ist ein Objekt, bevor er ein Ritualgegenstand ist — er steht in der Vitrine, auf dem Sideboard, in einer Sammlung italienischen Silbers, und wirkt dort unabhängig davon, an welchem Abend er einmal gebraucht wird.
Deshalb erklärt jede Produktseite beides: was das Stück im Ritus tut, und warum es so gebaut ist, wie es gebaut ist. Warum ein Eliyahu-Becher groß sein muss und ein Kiddusch-Becher klein. Warum ein Handwaschgefäß zwei Henkel hat. Warum Becher innen vergoldet werden. Diese Gründe sind praktischer Natur — man versteht sie ohne religiöses Vorwissen, und sie machen die Form nachvollziehbar.
Wer ein solches Stück verschenkt, gibt beides weiter: den Gegenstand und die Erklärung dazu.
Material und Verarbeitung
Alle Stücke bestehen aus 925 Sterlingsilber — 925 Teile Feinsilber auf 1.000, der Rest Kupfer für die nötige Härte. Jedes trägt die offizielle italienische Punze der Manufaktur.
Becher sind fast durchgehend innen vergoldet. Das ist Handwerk mit Grund: Gold reagiert nicht mit Wein, sodass weder der Geschmack leidet noch die Innenwand anläuft — dort, wo man sie nicht polieren könnte.
Die Ornamente sind ziseliert: mit Punzen von Hand ins Silber getrieben, Schlag für Schlag. Anders als eine Prägung hat ziselierte Arbeit echte Tiefe, und kein Abschnitt wiederholt den vorigen exakt. Die Stücke stammen aus der Linie Signature, der reich gearbeiteten Handschrift des Hauses.
Wie diese Stücke aussehen
Alle Gegenstände dieser Kategorie stammen aus einer Linie und teilen deshalb eine Formensprache. Sie ist klassisch italienisch: Was die Renaissance aus der Antike übernahm, kehrt hier auf Bechern, Tellern und Leuchtern wieder.
Das Akanthusblatt — gezackt, an den Spitzen eingerollt — bildet das durchlaufende Rankenwerk; es schmückt seit der griechischen Antike Säulenkapitelle. Die Volute, jene eingedrehte Schnecke, sitzt am Übergang von Schaft und Fuß. Die Perlkante, ein Band kleiner Halbkugeln, schließt Ränder nach außen ab. Kartuschen — gerahmte Felder — gliedern lange Ränder und geben zugleich die beste Fläche für eine Gravur ab.
Bei den Bechern kommt der Nodus hinzu: ein Knauf in der Mitte des Schafts, den Ritualgerät seit dem Mittelalter trägt. Er gibt der Hand Halt und unterteilt die Höhe, damit ein hohes Stück nicht gestreckt wirkt.
Der Auftritt lässt sich in zwei Stufen wählen. Teilvergoldete Stücke haben die erhabenen Ornamentpartien mit Feingold abgesetzt — festlich, kontrastreich, und mit den Jahren deutlicher werdend, weil Silber nachdunkelt und Gold nicht. Die Light-Ausführungen gehen den umgekehrten Weg: Sie tragen das Ziselat nur an Fuß und Rand und lassen die Mitte glatt. Beide sind gleich gut gearbeitet; es ist eine Frage der Haltung, nicht der Wertigkeit.
Zaramella Argenti
Die Manufaktur arbeitet seit 1948 in Ronchi di Villafranca bei Padua, heute in dritter Generation. Sie fertigt sowohl weltliches Tafelsilber als auch Ritualgerät und beliefert Fachhandel in ganz Europa. SilberKosmos ist offizieller Händler.
Zu welchem Anlass
Bar Mizwa und Bat Mizwa. Mit dreizehn beziehungsweise zwölf Jahren wird ein Kind in der Gemeinde religiös mündig — der Anlass, zu dem Ritualsilber am häufigsten verschenkt wird. Ein Kiddusch-Becher ist hier das klassische Geschenk: Er wird ab diesem Tag gebraucht, ein Leben lang, und trägt am Fußrand Namen und Datum. Häufig kommt er von den Großeltern oder aus dem Kreis der Paten.
Zur Hochzeit. Ein Paar richtet zum ersten Mal selbst einen Schabbat aus und braucht dafür die Grundausstattung: Becher, Challah-Platte, ein Paar Leuchter. Weil solche Stücke im Preis oben liegen, tragen sie sich gut, wenn mehrere Gäste zusammenlegen — ein Set aus Becher und Teller ist dafür die naheliegende Form.
Zum Einzug und zur Einweihung. Wer ein Haus bezieht, bekommt oft ein Stück für den Tisch, an dem künftig gefeiert wird. Auch hier gilt: Es muss nicht das größte sein — ergänzen lässt sich später.
Als Stiftung an eine Gemeinde. Die großen Stücke der Linie — der Becher mit ca. 51 cm, das Ensemble mit Teller — sind für Räume gemacht, nicht für Esstische. Sie werden zu einem Jubiläum gestiftet, mit einer Widmung versehen und stehen dann jahrzehntelang am selben Ort. Für die Gemeinde ist ein solches Stück ein Zeichen der Wertschätzung, das jeder sieht, der den Raum betritt.
Und für einen selbst. Viele dieser Stücke werden nicht verschenkt, sondern für den eigenen Tisch gekauft — von Menschen, die etwas Bleibendes anstelle des bisherigen Behelfs möchten. Auch das ist ein Anlass.
Gravur
Viele Stücke haben glatte Zonen, die eine Gravur aufnehmen — ein Name, ein Datum, eine Widmung. Bei Ritualgegenständen ist das häufig: Sie werden zu Bar- und Bat-Mizwa, zur Hochzeit oder zur Geburt geschenkt und wandern später in der Familie weiter. Eine Gravur macht aus dem Gerät ein Familienstück.
Wir prüfen vorab, welche Fläche sich eignet, und stimmen Größe und Position mit dir ab. Auf Wunsch legen wir eine SilberVerse-Karte bei.
Bei Bechern, die über Generationen wandern, finden sich am Fußrand oft mehrere Gravuren untereinander — ein Name, ein Jahr, darunter der nächste. Solche Stücke werden nicht abgenutzt, sondern angenommen: Die Vertiefungen dunkeln nach, die erhabenen Stellen bleiben von vielen Händen blank. Wer heute einen Becher kauft, entscheidet über etwas, das in dreißig Jahren noch auf einem Tisch steht — in derselben Familie oder in einer Gemeinde, der er gestiftet wurde.
Pflege
Von Hand mit warmem Wasser, mildem Spülmittel und weichem Tuch, danach gründlich trocknen — auch innen. Keine Spülmaschine: Reinigungssalze greifen Silber an, und in den ziselierten Vertiefungen bleibt Feuchtigkeit stehen. Nach Wein zügig ausspülen.
Anlaufen ist kein Schaden, sondern eine Reaktion mit Schwefel aus der Luft, und mit einem Silbertuch reversibel. In den Vertiefungen darf die dunklere Tiefe bleiben — sie macht das Ornament plastisch. Mehr im Ratgeber zur Pflege von Silberbesteck und Silbergeschirr.
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Eliyahu-Becher und Kiddusch-Becher?
Im Gebrauch und in der Größe. Aus dem Kiddusch-Becher wird getrunken; er ist klein, meist 9 bis 10 cm. Der Becher des Elijahu wird gefüllt, aber nicht getrunken, und ist deutlich größer — bei uns 23 bis 51 cm.
Ist eine Menora dasselbe wie eine Chanukkia?
Nein. Die Menora hat sieben Arme und ist der Tempelleuchter. Die Chanukkia hat neun — acht Lichter und den Schammasch — und wird zu Chanukka gebraucht.
Sind die Becher lebensmittelecht?
Ja. 925 Silber ist für Lebensmittelkontakt geeignet, und die Innenvergoldung trennt den Wein zusätzlich vom Metall. Von Hand reinigen.
Sind die Stücke koscher?
Wir führen Silbergerät und beschreiben seinen Gebrauch — eine religionsgesetzliche Auskunft können und wollen wir nicht erteilen. Fragen zur rituellen Eignung im konkreten Fall beantwortet deine Gemeinde.
Kann ich Stücke gravieren lassen?
Auf Anfrage ja. Wir prüfen vorab, welche Fläche sich eignet, und stimmen den Entwurf mit dir ab.
Führt ihr Chanukkiot?
Ja, vier Ausführungen von ca. 65 bis 76 cm — mit rundem oder quadratischem Fuß, alle mit neun Tüllen und erhöhtem Schammasch. Die größte misst ca. 76 × 50 cm, die schmalste ca. 42 cm in der Breite.
Ist ein neunarmiger Kandelaber dasselbe?
Nein. Bei einer Chanukkia stehen acht Lichter auf einer Höhe und ein neuntes erhöht. Ein Kandelaber verteilt seine Arme gleichrangig um den Schaft, auch wenn es zufällig neun sind.
Muss man den Ritus kennen, um hier zu kaufen?
Nein. Jede Produktseite erklärt, was das Stück ist und warum es diese Form hat — die Gründe sind meist praktischer Natur. Viele Stücke werden wegen ihrer Machart gekauft, als Geschenk oder für eine Sammlung.
Kann ich Becher und Teller später ergänzen?
Ja. Die Manufaktur führt beide dauerhaft unter einer Modellnummer, und jede Produktseite nennt das zugehörige Gegenstück. Auch zu geerbten Bechern lässt sich ein passender Teller nachkaufen.
Wächst das Sortiment noch?
Die Linie Signature ist mit Bechern, Tellern, Garnituren, Platten, Leuchtern und Chanukkiot weitgehend aufgenommen. Einzelne Kandelaber-Ausführungen ergänzen wir, sobald belastbare Produktbilder des Herstellers vorliegen.
Auf einen Blick
- ✦ 925 Sterlingsilber, massiv, mit offizieller italienischer Punze
- ✦ Becher innen vergoldet — Gold reagiert nicht mit Wein
- ✦ Ornamente von Hand ziseliert, nicht geprägt
- ✦ Zaramella Argenti, Padua — Manufaktur seit 1948
- ✦ Becher, Teller und Garnituren — einzeln erhältlich und später ergänzbar
- ✦ Eliyahu-Becher in fünf Höhen, schlicht oder teilvergoldet
- ✦ Jede Produktseite erklärt Gebrauch und Form — auch ohne Vorwissen verständlich
- ✦ Gravur auf Anfrage, mit kostenloser SilberVerse-Karte
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