Eine Eiche am Meeresbogen, an ihr eine goldene Kette, und ein gelehrter Kater gehört auch dazu: Mit diesem Prolog, „Lukomorje“ genannt, öffnet sich die Tür in Puschkins Erzählwelt. Kennst du die Geschichten dahinter? Hier erzählen wir sechs davon kurz nach und zeigen, welche Szenen die Manufaktur SevChern aus Weliki Ustjug in Niello-Silber gebracht hat.
Puschkins Märchen – woher sie kommen
Alexander Puschkin (1799–1837) wuchs mit den Erzählungen seiner Amme Arina Rodionowna auf, die ihm russische Volksmärchen erzählte. Später goss er diese Stoffe in Verse: zwischen 1830 und 1834 entstanden fünf Versmärchen. Das Versepos „Ruslan und Ljudmila“ ging ihnen schon 1820 voraus, den Lukomorje-Prolog ergänzte Puschkin 1828. Gelesen werden die Verse bis heute, auf Russisch wie in Übersetzung.
Sechs Geschichten und ihre Szenen im Silber
Auf jedem Besteck und jedem Becherpaar der Serie trägt eine Kartusche mit Lyra, Lorbeer und dem Namen des Dichters den Märchentitel in kyrillischer Schrift. Die Szenen selbst sind in schwarzem Niello gezeichnet.
Der Fischer und das Fischlein
Ein alter Fischer fängt einen goldenen Fisch und lässt ihn frei, seine Frau aber verlangt immer mehr, bis alles wieder verloren ist. Wer die Geschichte kennt, denkt an das Grimm-Märchen „Von dem Fischer un syner Fru“, mit dem sie verwandt ist. Auf dem Silberbesteck trägt der Esslöffel den Alten und die Alte, am Griff schwimmt ein großer Fisch mit Schuppen; der Messergriff aus Silber (die Klinge ist Edelstahl) zeigt Wellen und den Fischer. Das Becherpaar zeigt auf dem einen Becher die Frau in prächtigem Gewand mit ihren Dienern, auf dem anderen den Fischer am Meer.
Die tote Zarentochter und die sieben Recken
Das Märchen von der toten Zarentochter und den sieben Recken (Сказка о мёртвой царевне и о семи богатырях) erinnert an Schneewittchen: Eine Zarin befragt ihren Zauberspiegel, wer die Schönste im Land sei, und trachtet der Stieftochter nach dem Leben, die bei sieben Recken Zuflucht findet. Auf dem Besteck hält die Zarin den Spiegel, die Gabel zeigt Spiegel und Apfel. Beim Becherpaar jagt auf dem einen Becher ein Reiter durch den Sturm, auf dem anderen stehen die Recken in Helmen um die Zarentochter. Die Tscharki, kleine Schnapsbecher, zeigen sie mit Apfel und Kopfschmuck und die Zarin mit Krone.
Zar Saltan
Ein Zar nimmt die jüngste von drei Schwestern zur Frau, Neider setzen sie mit ihrem Sohn in ein Fass auf dem Meer. Auf einer Insel rettet der Junge einen Schwan vor einem Raubvogel, und der Schwan lässt ihm zum Dank eine Stadt erstehen. Rimski-Korsakow machte aus dem Stoff 1900 die Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ (Сказка о царе Салтане) mit dem berühmten „Hummelflug“. Das Besteck zeigt die Schwanenprinzessin, den Prinzen mit dem Fass am Meer sowie Schwan und Raubvogel auf der Gabel. Auf dem Becherpaar steigen Recken in Rüstung aus den Wellen, auf dem zweiten kämpfen Schwan und Raubvogel, dabei ein Bogenschütze.
Der goldene Hahn
Ein Sterndeuter schenkt dem Zaren einen goldenen Hahn, der vor jeder Gefahr warnt, und der Zar verspricht ihm dafür einen Wunsch. Als der Sterndeuter die Königin von Schemacha verlangt, bricht der Zar sein Wort. Die Quelle ist Washington Irvings „Legende vom arabischen Astrologen“; Anna Achmatowa entdeckte den Zusammenhang. Rimski-Korsakows Oper „Der goldene Hahn“ folgte 1909. Auf dem Besteck sitzt der Hahn auf einem Turm, Löffel zeigen Szenen am Zarenhof. Das Becherpaar zeigt eine Frauengestalt im Zelt, davor steht ein gekrönter Mann; auf dem zweiten Becher schwebt der Hahn über dem bärtigen Zaren.
Ruslan und Ljudmila
Ein Zauberer raubt die Braut, und Ruslan macht sich auf, sie zurückzuholen. Es ist ein Versepos, Glinka vertonte es 1842 als Oper. Auf dem Besteck erscheint der bärtige Zauberer Tschernomor in den Wolken, auf dem Teelöffel Ljudmila mit Kopfschmuck und am Griff ein Recke mit Helm. Das Becherpaar zeigt einen Riesenkopf mit Helm und Ruslan zu Pferd.
Pope und Balda
Der Knecht Balda verdingt sich bei einem Popen, der sparen will, und führt ihn mit List vor. Puschkin schrieb das Märchen 1830; Schukowski veröffentlichte es erst 1840 und setzte wegen der Zensur einen Kaufmann an die Stelle des Popen. Eine Satire für Erwachsene. Auf dem Besteck steht Balda am Meer, an den Griffen lugen Teufelchen mit Hörnern hervor. Das Becherpaar stellt Balda vor den Popen und, auf dem zweiten, mit dem Teufelchen am Meer.
Wie eine Szene ins Silber kommt
Zuerst wird die Szene in das Silber 925 graviert; auf den Bechern sieht man, wie fein dabei Wellen, Helme und Gewänder gezogen sind. Dann kommt Niello, eine dunkle Legierung, die in die Linien eingeschmolzen wird und Teil des Metalls bleibt. Nach dem Polieren steht die dunkle Zeichnung gegen die helle Fläche, Besteck und Becher sind innen oder an den Laffen vergoldet. Mehr zur Technik findest du in unserem Beitrag über die russische Niello-Tradition, wie eine Werkstatt arbeitet, zeigt die Werkstatt-Reportage, und was Niello eigentlich ist, erklärt dieser Ratgeber.
Aus der Puschkin-Serie
Sechs Geschichten, vierzehn Stücke
Besteck, Becherpaare, Tscharki und der Koffer für sechs Gedecke, alle in Niello-Silber.
Serie ansehenFür wen und zu welchem Anlass
Die Stücke eignen sich für Menschen, die Literatur und russische Kultur lieben, und für Anlässe, bei denen am Tisch erzählt wird. Zu Weihnachten bekommt jemand, der gern vorliest, ein Gedeck, das die Geschichte mitträgt. Ein Paar zur Silberhochzeit oder ein Gastgeber zum Jubiläum freut sich über zwei Becher zum Anstoßen. Für eine große Tafel gibt es den Koffer mit 24 Teilen für sechs Personen. Mehr Auswahl bieten Silberbesteck-Sets, Silber-Trinkgefäße und Schnapsbecher; Sammler schauen bei den Sammlerstücken vorbei. Kinderanlässe sind es nicht, die Serie richtet sich an Erwachsene.
Häufige Fragen
Welches ist ein bekanntes russisches Märchen?
Zu den bekanntesten gehören Puschkins Versmärchen, allen voran das vom Zaren Saltan und das vom Fischer und dem Fischlein. Welche Szenen daraus im Silber stehen, liest du oben bei den sechs Geschichten.
Was sollte man von Puschkin gelesen haben?
Ein guter Einstieg ist das Versepos „Ruslan und Ljudmila“, danach ein Versmärchen, zum Beispiel das vom Zaren Saltan. Daneben lohnen sich Puschkins Erzählungen und sein Versroman „Eugen Onegin“.
Gibt es Puschkins Märchen auf Deutsch?
Ja, die Versmärchen liegen in mehreren deutschen Übersetzungen vor, oft auch als zweisprachige Ausgabe Russisch-Deutsch. Wer die Szenen lieber im Silber betrachtet, findet sie in der Puschkin-Serie.
Wie pflege ich Niello-Silber?
Von Hand spülen, sofort abtrocknen, nie in den Geschirrspüler. Alufolie und Backpulver bleiben tabu, sie greifen die schwarze Zeichnung an. Die dunkle Zeichnung ist Teil des Metalls und lässt sich nicht wegpolieren, mehr dazu im Ratgeber.
Kann ich eine Widmung hinzufügen?
Gern. Die Gravur bestellst du über die Gravur-Pauschale, bei SevChern-Stücken klären wir nach Prüfung mit dem Hersteller, wo und wie sie möglich ist; geht es nicht, erstatten wir die Pauschale. Wir legen dir außerdem auf Wunsch eine SilberVerse-Karte bei, 15 × 10 cm, kostenlos: Der Vers wird individuell zu Anlass und Namen erstellt.
Geschichten, die bleiben
Welche Geschichte erzählst du?
Vom Fischer bis zum goldenen Hahn: Such dir das Märchen aus, das zu deinem Tisch passt.
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