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Wie Niello-Silber entsteht — bebilderte Werkstatt-Reportage

Wie eine Niello-Vase entsteht — bebilderte Werkstatt-Reportage - Premium Geschenkideen

Statt eines weiteren Sekrets in unserer Serie zeigen wir dir heute eine Foto-Reportage: den Weg, den ein Niello-Stück in der Werkstatt von SevChern nimmt – von der Gravur bis zum fertigen, schwarz-silbernen Stück. Die Bilder stammen aus der Werkstatt in Weliki Ustjug und zeigen verschiedene Stücke auf ihrem Weg; am Ende steht eine fertige Vase, wie sie aus genau diesem Prozess hervorgeht.

Stufe 1 — die feine Linie wird geschnitten

Am Anfang steht das polierte Silbergefäß, auf das die Vorlage des Ornaments übertragen wurde. Am Werktisch schneidet die Hand mit dem Stichel V-förmige Furchen ins Silber. Auf dem Bild sieht man, wie filigran das Ornament ist – Blätter, Blüten, Ranken, alles in unterschiedlichen Linientiefen.

Handgravur mit dem Stichel: florales Ornament auf einem Silbergefäß in der Werkstatt von SevChern

Stufe 2 — die schwarze Masse wird aufgetragen

Ist die Gravur fertig, kommt das Niello. Die Masse aus Silbersulfid, Kupfer, Blei und Schwefel ist zu einer dunklen Paste angemischt; mit einem feinen Stäbchen trägt der Meister sie auf die gravierte Fläche auf, während das Stück in einer Zange gehalten wird. Das genaue Mischungsverhältnis hütet die Werkstatt als Geheimnis.

Niello-Paste wird mit einem Stäbchen auf ein graviertes Silberteil aufgetragen – SevChern Werkstatt

Stufe 3 — das Brennen über der Gasflamme

Jetzt kommt der dramatische Moment. Das Stück – auf dem Bild eine Gabel – wird mit einer Zange über die offene Gasflamme gehalten, die rund 2.000 Grad erreicht. So lange, bis die aufgetragene Masse schmilzt und in die V-Furchen läuft.

Silbergabel mit Niello-Masse über offener Gasflamme bei SevChern in Weliki Ustjug

Der Meister muss das Werkstück ständig bewegen — kippen, neigen, drehen — damit das flüssige Niello blasenfrei in jede einzelne Furche fließt.

Stufe 4 — vor dem Schliff

Nach dem Brennen sieht das Stück noch nicht aus wie fertiges Niello-Silber. Auf dem Bild liegt eine Kanne: Die gravierte Fläche ist grau von der eingeschmolzenen Masse überzogen, das Muster ist drin, aber kaum zu erkennen. Erst Schliff und Politur holen es heraus – die Niello-Kruste wird in kreisförmigen Bewegungen abgetragen, bis die schwarze Linie scharf im hellen Silber steht.

Silberkanne nach dem Niello-Brennen vor dem Schliff in der Werkstatt von SevChern Blumenvase Schmetterling aus 925 Silber mit Niello und Vergoldung von SevChern

Blumenvase „Schmetterling“ — 925 Silber mit Niello, Vergoldung und rotem Stein. Eine fertig veredelte SevChern-Vase, wie sie aus genau dem Prozess hervorgeht, den du oben siehst. Stück ansehen →

Was du dann in der Hand hältst

Wenn alle Schritte durch sind, hat das Stück das, was die welikoustjugische Niello-Schule auszeichnet: einen kontrastreichen schwarzen Strich auf spiegelpoliertem Silber. Eine Linie, die sich mit dem Material verbunden hat — kein Aufdruck, kein Lack, sondern eine eigene Legierung.

Das Schöne an diesen Werkstatt-Bildern: Sie zeigen, dass jedes SevChern-Stück durch die Hände echter Menschen geht. Das Stück so über der Flamme zu bewegen, dass das Niello blasenfrei läuft, ist Erfahrung, keine Einstellung an einer Maschine. Und ein Ornament so zu übertragen, dass es sich rund um ein Gefäß exakt schließt, ist Handarbeit, Sektor für Sektor.

→ Sekret 3 — die Handgravur im Detail  ·  Sekret 4 — die Niello-Alchemie  ·  Nielloa-Kollektion ansehen